Süßkirsche-Setzlinge – die beliebtesten Sorten
- Burlat – sehr früh, große, süße Früchte; guter Saisonstart.
- Kordia – mittelspät, dunkel, fest; ausgezeichnet für den Tafelmarkt, benötigt Befruchtersorten.
- Regina – spät, sehr groß und fest, gut transportfähig; benötigt Befruchtersorten.
- Summit – groß, herzförmig, saftig; ertragreich.
- Vega – gelb-rote Früchte, milder Geschmack, in Gärten beliebt.
- Tamara – sehr große, feste Früchte, später Erntetermin.
- Lapins – selbstfruchtbar, süß, zuverlässig in Hausgärten.
- Stella – selbstfruchtbar, früh-mittel, trägt regelmäßig.
- Sweetheart – selbstfruchtbar, spät, fest; verlängert die Erntesaison.
- Hedelfinger (Büttners Rote) – ein Klassiker, saftige Tafelkirsche.
Wichtig: Die meisten Süßkirschen sind fremdbefruchtend – für guten Fruchtbehang mindestens zwei kompatible Sorten mit ähnlicher Blütezeit pflanzen oder eine der selbstfruchtbaren Sorten wählen (Lapins, Stella, Sweetheart).
Süßkirsche-Setzlinge – Unterlagen (Einfluss auf Wuchsstärke und Ansprüche)
- F12/1 (Vogelkirsche) – starker Wuchs, tiefe Wurzeln, sehr langlebig; größere Bäume, weitere Abstände.
- Colt – mittelstark, kommt früher in den Ertrag, verträgt schwächere Böden.
- Gisela 6 – halbschwachwachsend, frühe und hohe Erträge, benötigt nährstoffreicheren Boden und Bewässerung.
- Gisela 5 – schwach-/halbschwachwachsend, sehr früher Ertrag und leichtere Ernte; erfordert nährstoffreichen Boden, regelmäßiges Gießen und Stützen.
- Weiroot 72 / 158 – halbschwachwachsend, stabil, empfohlen für intensive Pflanzungen.
Düngung der Süßkirsche – die wichtigsten Regeln
- Im Frühjahr eine maßvolle Stickstoffgabe (Vegetationsstart). Zu viel N = üppiger Wuchs, schlechtere Gesundheit und Neigung zum Aufplatzen der Früchte.
- Von Spätfrühjahr bis Sommer den Anteil von Kalium und Kalzium erhöhen – sie verbessern Festigkeit und Geschmack und verringern das Aufplatzen. Phosphor fördert den Fruchtansatz.
- Im Herbst eine P-K-Düngung (stickstofffrei) zur Vorbereitung auf den Winter.
- Organische Substanz: Kompost/Mist alle 1–2 Jahre verbessert Struktur und Wasserspeicherung.
- Boden-pH: optimal pH 6,7–7,2; auf sauren Böden Kalkung einplanen.
- Bewässerung: Tropfbewässerung und Mulchen halten die Feuchtigkeit gleichmäßig; im Vorerntezeitraum die Krone nicht benetzen (Platzrisiko).
Süßkirsche schneiden – wie und wann?
Ziele: eine gut belichtete, stabile Krone, gesunde Triebe und regelmäßiger Ertrag.
- Bester Zeitpunkt: Sommer – nach der Ernte (Juli–August). Das verringert „Gummifluss“ und bakterielle Infektionen.
- Frühes Frühjahr: nur leichter Sanitärschnitt (gebrochene, erfrorene Triebe entfernen).
- Erziehung: Spindel, lockere „Hohlkrone“ oder niedrige „Spanish-Bush“-Form – wichtig sind weite Astwinkel und ein offenes Kroneninneres.
- Technik: größere Wunden mit Baumwachs schützen; Werkzeuge desinfizieren.
Krankheiten und Schädlinge der Süßkirsche – Vorbeugung und Schutz
Krankheiten:
- Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella) – vorzeitiger Blattfall; Schutzbehandlungen und das Entfernen befallener Blätter sind wichtig.
- Monilia-Fruchtfäule (Braunfäule) – vertrocknende Blüten, faulende Früchte; Krone auslichten, „Fruchtmumien“ entfernen, in Risikoperioden behandeln.
- Bakterienbrand / Rindennekrosen – Wunden, Gummiaustritt; Schnitt bei Kälte/Regen vermeiden, im Sommer schneiden, Wunden schützen.
Schädlinge und andere Gefahren:
- Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) – madige Früchte; mit Fallen überwachen, nach Warndienst behandeln.
- Drosophila suzukii (Kirschessigfliege) – Schutz und zügige Ernte zum richtigen Zeitpunkt.
- Kirschenblattlaus – Blattkräuseln; natürliche Gegenspieler fördern, bei Bedarf selektive Mittel.
- Vögel – Schutznetze/Abwehrgele während der Reife.
Süßkirsche – Pflegekalender
Frühes Frühjahr (März – April)
- Kontrolle nach dem Winter, leichter Sanitärschnitt, Werkzeugdesinfektion.
- Startdüngung mit Stickstoff, ggf. Kupferspritzung.
- Befruchtersorten planen (bei Bedarf kompatible Sorten nachpflanzen).
Frühjahr (April – Mai)
- Monitoring von Blattläusen und Blütenkrankheiten; Behandlungen nach Warndienst.
- Junge Bäume bei Trockenheit gießen; ergänzend P-K.
- Bei Überlastung – vorsichtiges Ausdünnen der Büschel zur Verbesserung der Größe (optional).
Sommer (Juni – Juli)
- Laufende Ernte der Früchte (sortenabhängig).
- Schnitt nach der Ernte: Auslichten, Triebe einkürzen, befallene Teile entfernen.
- Schutz vor Monilia und Sprühfleckenkrankheit; gleichmäßige Bewässerung (ohne Kronenbenetzung).
Herbst (August – Oktober)
- Aufräumen im Obstgarten: Laub und „Fruchtmumien“ entfernen.
- Herbstliche P-K-Düngung; Stämme im Spätherbst weißeln.
- Stämme vor Hasen/Nagetieren schützen.
Winter (November – Februar)
- Schutzhüllen und Frostschäden kontrollieren; starken Schnitt vermeiden.
- Pflanzungen und etwaige Nachpflanzungen von Befruchtersorten fürs Frühjahr planen.
Wählen Sie Sorten für einen bestimmten Standort oder haben Sie einen bestimmten Boden? Sagen Sie uns Bescheid – wir empfehlen die passende Unterlage, den Pflanzabstand und das Set an Befruchtersorten für Ihren Garten oder Obstgarten.
